Wir werden überwacht!


Tübingen, der 25. Oktober 2017

Nachdem am vergangenen Donnerstag von der Staatsanwaltschaft noch dementiert wurde, es seien andere Wohnprojekte als die Schellingstraße 6 videoüberwacht worden, wurde am Samstag, 21.10. gegenüber dem Tagblatt zugegeben, dass auch die Ludwigstraße 15 im vergangenen Jahr nach geltendem Recht rechtswidrig überwacht wurde. Wie auch in der Schellingstraße wurde die Überwachungsmaßnahme ohne die anschließende verpflichtende Informierung der von der Überwachung Betroffenen und wahrscheinlich ohne richterlichen Beschluss vorgenommen.
Wir, die Bewohner*innen der Lu15, sind wütend, aber es wäre schlichtweg gelogen, wir wären vom skrupellosen Verhalten der Polizei überrascht. Traurigerweise war uns als Bewohner*innen nach dem Bekanntwerden der Überwachung der Schellingstraße klar, dass auch wir, die Lu15, Ziel polizeilich-repressiver Überwachungsmaßnahmen sein könnten. Für uns bestätigt sich nur ein lang gehegter Verdacht.
In unseren Augen stellt die Überwachung der Tübinger Wohnprojekte einen Angriff des Staates auf selbstverwaltetes Wohnen, aber auch auf linken Aktivismus an sich dar.
Was der Staatsschutz dabei ignoriert, ist, dass durch sein eigenes rechtswidriges Vorgehen die ganze Überwachungsmaßnahme zur Farce wird. Denn in dem Moment, in dem ein Staat seine eigenen Regeln missachtet, um Menschen zu überwachen, denen grundlos unterstellt wird, sich nicht an diese Regeln zu halten, verliert dieser Staat seine Glaubwürdigkeit.
Es scheint möglich, dass die Strafverfolgung nur als Vorwand vorgeschoben wurde, um Orte von linker Gegenkultur präventiv auszuspionieren, da von „unseren Freund*innen und Helfer*innen“ – auf welcher Rechtsgrundlage auch immer – angenommen wird, dass dort in der Zukunft möglicherweise Straftaten begangen werden könnten. Anscheinend wird angenommen, dass Autos nur von Menschen angezündet werden, die in Wohnprojekten wohnen, oder (noch schlimmer), dass Menschen, die in Wohnprojekten wohnen, prinzipiell Autos anzünden. Hier tritt der Staat seinen eigenen Grundsatz der Unschuldsvermutung mit Füßen. Paradoxerweise werden zum Schutze der Verfassung die in der Verfassung „garantierten“ Rechte gerne wiederholt außer Kraft gesetzt.
Der illegitime Charakter der Überwachung tritt auch dadurch offensichtlich zu Tage, dass nicht nur die Bewohner*innen des Projekts überwacht wurden, sondern viele weitere Personen als Kollateralschaden mitbetroffen sind: Dies sind sowohl die Nutzer*innen der sozialen Angebote unseres Projekts, wie zum Beispiel des Umsonst-Ladens oder des Foodsharing-Verteilers, als auch am Projekt völlig unbeteiligte Personen, die an der Bushaltestelle „Sternplatz“ auf den Bus warten. Betroffen ist somit das gesamte Viertel, Menschen, die gerne abends einkaufen, Gäste des Top10 und des Pausenhofs, ja alle, die es wagen, nach 22:00 einen Fuß vor die Tür zu setzen.
Aufgrund des bisherigen verlogenen und intransparenten Vorgehens seitens der Polizei und Staatsanwaltschaft schenken wir den bislang gemachten Angaben dieser Institutionen keinerlei Vertrauen. Wer garantiert uns, dass wir „nur“ 25 Tage überwacht wurden? Dass „nur“ nachts gefilmt wurde? Dass die Aufnahmen nicht ausgewertet wurden? Dass sie angeblich sogar gelöscht wurden? Und vor allem: wer garantiert uns, dass das nicht wieder passiert? Dass es nicht im Moment passiert?
Und das Rad dreht sich weiter. Was letztes Jahr noch illegal an den Tübinger Wohnprojekten ausprobiert wurde, wird nächstes Jahr für alle zur bitteren Realität. Mit dem Inkrafttreten der neuen „Anti-Terror“-Gesetze, welche eine Ausweitung der Videoüberwachung, die Einführung von Verhaltensmuster- und Gesichtserkennungssoftware, einer Ausweitung der Telekommunikationsüberwachung (präventiv, also ohne Verdacht, auch bei Allgemeinkriminalität, z.B. Körperverletzung), und die Einführung des Staatstrojaners zur Auslesung von WhatsApp und anderen Messenger-Diensten (auch präventiv) vorsehen, wird legalisiert, was heute noch illegal ist. Dies wird z.B. vom Landesdatenschutzbeauftragten als verfassungswidrig kritisiert.
Auch wenn von staatlicher Seite keine Konsequenzen für das Fehlverhalten von Staatsanwaltschaft und Polizei zu erwarten sind, stehen wir geschlossen und solidarisch zusammen und werden unsere eigenen Konsequenzen daraus ziehen.

Solidarität mit dem Epplehaus

Wir als Bewohner*innen der Ludwigstraße 15 sehen aus gegebenem Anlass die Notwendigkeit, uns zu den Vorfällen im Epplehaus und vor allem zu dem Umgang mit diesen Vorfällen zu äußern.

Im Detail werden wir auf die Geschehnisse und Vorwürfe nicht eingehen, da dies zum einen schon mehrfach in verschiedenen Medien publiziert wurde und zum anderen das Epplehaus dazu bereits selbst eine Stellungnahme verfasst hat.

 

Das Epplehaus leistet seit Jahrzehnten offene Jugend- und Kulturarbeit, sowie aktive Arbeit mit und für Geflüchtete. Dies sind Bereiche, die eigentlich im Aufgabenfeld städtischer Institutionen liegen. Natürlich ist es aber für eine Stadt wesentlich attraktiver, diese Aufgabenfelder in ehrenamtliche Hände abzugeben und sich selbst nicht darum kümmern zu müssen.

In all diesen Jahren ist es unseres Wissens nach nie geschehen, dass Palmer sich in einer Intensität beim Epplehaus bedankt hätte, in welcher er jetzt Kritik äußert.

Sowohl uns wie auch dem Epplehaus ist natürlich bewusst, dass in einem offenen Jugendraum negative Ereignisse leider nicht auszuschließen sind. Uns geht es darum, dass der Fokus von offizieller Seite nur und ausschließlich auf einem vermeintlichen Versagen des Epplehaus liegt, während jahrelange gesellschaftliche Arbeit schweigend und als selbstverständlich angenommen wurde.

Desweiteren wollen wir darauf hinweisen, dass Sexismus ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, welches nicht durch Geflüchtete nach Deutschland importiert wurde, sondern seit jeher tief in dieser Gesellschaft verankert ist. Sexismus ist nicht an die Hautfarbe gebunden, auch nicht an die Herkunft und Sexismus macht leider auch nicht vor den Türen des Epplehaus halt.

Wir wollen die Ereignisse in keiner Weise verharmlosen, allerdings wird sich im Epplehaus, im Gegensatz zu den meisten Veranstaltungsräumen, mit der Problematik auseinandergesetzt und diese nicht totgeschwiegen. Vielmehr wird versucht, darüber einen Diskurs zu führen, zu reflektieren und es besser zu machen und zwar schon lange vor dem 12

.05.17. Dieser offene Umgang mit der Problematik hat das Epplehaus nun, mit tatkräftiger Unterstützung Palmers, in diese Situation manövriert.

In typischer „Palmermanier“ wird auf Facebook, bedacht oder bestenfalls unbedacht, mit rassistischen Vorurteilen gespielt, diesen eine Plattform geboten und sich hinter Stellvertreteraussagen versteckt.

Gerade in der momentanen, rassistisch aufgeladenen, gesellschaftlichen Situation ist sein Umgang mit der Thematik absolut unverantwortlich, gefährlich und speziell für eine Person des öffentlichen Lebens vollkommen unprofessionell.

Wir als Bewohner*innen der Ludwigstraße 15 solidarisieren uns also ausdrücklich mit dem Epplehaus, wünschen uns einen generellen kritischen Umgang mit Sexismus und nicht, dass eine Debatte über Sexismus zur Stärkung rassistischer Ressentiments missbraucht wird. Zudem würden wir uns wünschen, dass mit und nicht über das Epplehaus diskutiert und dass die wichtige Arbeit, die das Epplehaus leistet, entsprechend gewürdigt wird.

 

Das Syndikat trifft sich daheim. Mietshäuser Syndikat-Mitgliederversammlung in Tübingen

Es war uns Luser*innen eine Freude, gemeinsam mit den anderen Tübinger Projekten Gastgeber*innen für die Mitgliedervollversammlung des Mietshäuser Syndikats (MHS) vom 17.  bis 19. Februar 2017 zu sein.


Es fanden Treffen der verschiedenen Arbeitskreise zu Spezialthemen, beispielsweise dem Solidaritäts-AK oder dem AK-Internationales, statt. Darüber hinaus nahmen die Vorstellungen der Projekte, die dem MHS beitreten möchten, und die Entscheidungen darüber die meiste Zeit ein.

Während am Samstag viele der Luser*innen zu Hause die Messer und Kochlöffel schwangen, um den knapp 200 Gästen ein leckeres und nahrhaftes Abendmahl zu servieren, stellten sich in den Räumen der Eberhardsgemeinde in der Eugenstraße die Neubewerber*innen vor.

Neben „klassischen“ Hausprojekten aus ganz Deutschland waren diesmal auch Menschen des gemeinschaftlich bewirtschafteten Luzernenhofs und die Gruppe Schicksaal, die in Lübeck ein Hostel nach Prinzipien des Mietshaussyndikats gründen möchten, da. Solche, wenn auch nur teilweise, wirtschaftliche Unternehmungen aufzunehmen und zu fördern, sorgte für einige Kontroversen im Plenum – Kann ein Bündnis, das sich dem Erhalt von Wohnraum verschrieben hat, ein Hostel fördern?
Die Entscheidung fiel zuletzt für eine Befreiung der Immobilien aus den Fängen des Kapitalismus und für die Unterstützung syndikalistischer Arbeitsformen, die auch Raum brauchen, aus. Sowohl der Luzernenhof als auch Schicksaal, und insgesamt fünf der sechs Projekte, wurden aufgenommen.
Besonders freuen wir uns darüber, dass auch das Tübinger Projekt Leibnizhaus II neu aufgenommen wurde. Mit dem MHS im Rücken haben sie nun einen namhaften Partner für die Verhandlungen über Hauskauf und Erbpacht mit der Landesregierung. Dafür wünschen wir ihnen viel Glück!

Paläste für Alle! … her mit dem schönen Leben!

Links:
www.syndikat.org
www.luzernenhof.de
www.schicksaal.net
www.leibnizhaus.de

Umgestaltung und Ausbau des Umsonstladens

Der Umsonstladen in unserem Keller hat in den letzten Wochen einige Aufwertungen bekommen:

Eine vollverspiegelte Umkleidekabine, neue Klamottenaufhängungen und das neue Kinderparadies in einem neuen und extra dafür renovierten Raum machen das stöbern zu einer Erfahrung ganz neuer Dimension!

Schaut mal ‚rein, wir freuen uns auf euch.


Öffnungszeiten:

Donnerstag, 18.00h – 21.00h

Sonntag, 15.00h – 17.00h

 

Außerdem ist jeden ersten Sonntag des Monats um 17.00h ein öffentliches Treffen der Umsonstladen-Gruppe. Komm‘ vorbei, wenn du dich organisatorisch einbringen willst.

Immobilien-Lobbyveranstaltung im Tübinger Rathaus

Am 26. Oktober 2016 fand im Tübinger Rathaus der Immobilendialog des „Premium Netzwerk“ Veranstalters Heuer Dialog statt. Für schlappe 560€ zzgl. 19% Ust. konnte man diesem beiwohnen und sich über die Besonderheiten des Tübinger Wohnungsmarkt informieren lassen, unter 30 jährige sogar für den halben Preis. Der Veranstalter mietete nicht nur das Rathaus für einen feudal offiziellen Flair seiner Veranstaltung sondern engagierte auch Tübingens Bürgermeister Boris Palmer und den Baubürgermeister Cord Soehlke als Referenten.

Nicht alle Bürger der Stadt auf Platz sechs des deutschlandweiten Mietspiegels hatten Lust, so eine Lobby Veranstaltung einfach hinzunehmen. Das Wohnraumbündnis, das auch im Vorfeld aufgeklärt hatte, prangerte mit einem Transparent die Klassentrennung durch den hohen Eintrittspreis an und in einem der Sketche der Impro-Theatergruppe zwang der „kleine Mann“ den „Bürgermeister“ statt der Suche nach fetten Renditen Raum zu geben, Projekte wie das Mietshäusersyndikat zu bewerben.

Wie das Schwäbische Tagblatt berichtete, sprechen sich die beiden Repräsentanten der Stadt auch tatsächlich für das MHS und Bürgerbeteiligung bei allen Bauprojekten aus, weil man ohne ohnehin „krachend scheitern“ würde. Wir finden: Schön, dass auch unsere lokalen Politiker das so sehen. Schade jedoch, dass man trotzdem nicht auf solche undemokratischen Veranstaltungen verzichten kann – weil man auf die Miete für die Veranstaltung und die Gesprächshonorare nicht verzichten möchte, oder man in dieser, durchaus nicht armen, Stadt keine sozialen Wohnungsfonds gründen möchte und die Kapitalbringer von außen braucht?

https://wohnraumbuendnis-tuebingen.mtmedia.org/2016/09/27/business-und-kommunikation-stellungnahme-zum-immobiliendialog-wohnungswirtschaft-im-tuebinger-rathaus/

http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Privatkapital-ist-willkommen-aber-zu-Tuebinger-Spielregeln-308396.html

Videoüberwachung von Wohnprojekten?!

DAS LEBEN DER ANDEREN

Pressemitteilung des Wohnprojekts Schellingstrasse zur Überwachung ihres Hauses durch die Polizei

Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie erfahren würden, dass Ihr Haus ohne Ihr Wissen mit einer Kamera überwacht werden sollte? Jedes Kommen und Gehen gefilmt und erfasst werden sollte? An was würde es Sie erinnern, wenn staatliche Behörden versuchen, Ihre NachbarInnen zu überreden, Überwachungstechnik gegen Sie einzusetzen und Sie zu bespitzeln?

Wahrscheinlich hätten Sie die gleichen Assoziationen wie wir: Man denkt an die STASI, man denkt an den Film „Das Leben der Anderen“, man denkt an die Überwachungsskandale rund um die Geheimdienste NSA, Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst.

Das Leben der Anderen, das wirkt weit weg, wie aus einer längst vergangenen Zeit. Wir haben den Film nicht neulich im Kino gesehen – uns ist das wirklich passiert! In der Schellingstraße 6!

Wie wir Mitte Juli erfahren haben, versuchte die Polizei kurz zuvor, NachbarInnen zu überreden, eine Kamera auf deren privatem Grundstück anbringen zu dürfen. Im Fokus der Kamera sollte der Eingangsbereich des Wohnprojekts Schellingstraße 6 sein.

Das hätte bedeutet, dass alle 110 BewohnerInnen, die das Haus verlassen oder heimkommen, mit einer Kamera erfasst worden wären – einige der BewohnerInnen wären vielleicht sogar permanent durch die Fenster ihrer Zimmer gefilmt worden. Alle FreundInnen, Familienangehörigen und Gäste wären beim Kommen und Gehen aufgenommen worden. Alle BesucherInnen der zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen sowie des Infoladens und des Umsonstladens, die sich im Untergeschoss befinden. Alle Angestellten der Firmen, die im Wohnprojekt Schellingstraße ihre Büros haben und die BesucherInnen dieser Büros. Und alle, die als NachbarInnen oder zufällige PassantInnen am Eingang der Schellingstraße 6 vorbeigehen und mit dem Fahrrad vorbeifahren. Und und und…

Wir freuen uns, dass sich die NachbarInnen auch gedacht haben, dass eine so umfangreiche Überwachung und Erfassung unzähliger Menschen in keinem Verhältnis zu möglichen Überwachungszielen stehen kann.

Zudem ist es eine riesige Unverschämtheit, Menschen dazu zu überreden ihre NachbarInnen auszuspionieren und zu bespitzeln.

Wir haben den Eindruck, dass die Überwachungsleidenschaft staatlicher Stellen mal wieder ausgerechnet an einem Ort geweckt wird, wo sich Menschen in alternativen Wohn- und Lebensformen befinden und sich kritisch mit der Welt beschäftigen!

Leider ist es nicht das erste Mal, dass das Wohnprojekt überwacht und bespitzelt wird: Bereits in den 90er Jahren wurde die Überwachung mittels einer Kamera von einem Nachbargebäude der Schellingstraße aus bekannt. Die Kamera wurde daraufhin von den zuständigen Behörden entfernt.

Gleichgültig, was der unmittelbare Anlass und die Rechtfertigung der jetzigen Überwachung ist, das offensichtliche Ergebnis wäre die unrechtmäßige Erfassung von unzähligen Personen!

Das wollen wir so nicht hinnehmen und hiermit öffentlich machen!

2.8.2016, unterzeichnende Gruppen:

– die BewohnerInnen des Wohnprojekts Schellingstraße 6 mit der Wohnprojekt Schellingstraße 6 gemeinnützige GmbH (Kontakt über buero [at] schellingstrasse.de)

– Förderverein Kulturdenkmal Schellingstraße 6

– die BewohnerInnen des 4-Häuser-Projekts mit der Wohnprojekt Vier-Häuser GmbH (Kontakt über: buero [at] vier-haeuser-projekt.de)

– Infoladengruppe (Kontakt über infoladen [at] schellingstrasse.de)

Hausfest am 30.05.2015

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Die Lu15 lädt am 30.05. zum alljährlichen Hausfest.

Beginn ist um 14h mit cafecolectiva und Workshops im Garten. Es gibt einen Jam-Raum, Kinderbespaßung /-kino und einen Stencil-Stand, an dem Klamotten und andere Textilien selbst mit Motiven bedruckt werden können.

Workshops, von 16.30h bis 18.30h:

Wohnen, Stadtentwicklung und das Recht auf Stadt in Tübingen
Anhand des alternativen Stadtplanes zum Thema Wohnen in Tübingen werden
               Leute der interventionistischen Linken einen Überblick geben und zur
               Diskussion einladen: Über steigende Mieten, Stadtentwicklung von oben
               und unten, Hausbesetzungen, Wohnprojekte, Vergesellschaftung von
               Wohnraum,… und was Ihr in dem Zusammenhang diskutieren wollt.

Die Informationsstelle Militarisierung wird einen kleinen Überblick zum Thema „Deutschland im Krieg“ bieten mit anschließender Möglichkeit zur Diskussion.

SDAJ
Workshop: Feinderkennung
Neonazi-Szenecodes erkennen lernen

Die Zeiten, in denen Mensch Faschisten zielsicher an Springerstiefeln, Bomberjacke, Glatze oder HJ-Haarschnitt erkennen konnte, sind längst passé. Heute schmückt sich eine ganze Generation jugendlicher Hipster mit der flotten Militärfrisur. Modemarken wie BOY tun alles, um NS-Symbole als angesagte Accessoires wieder salonfähig machen. Gleichzeitig beobachtet man bei Naziaufmärschen sogenannte „Nipster“ (Nazi-Hipster), die ihrer Liebe zu „Führer, Volk und Vaterland“ in Form von knallbunten Stencils auf ihren modischen Jutebeuteln Ausdruck verleihen.
Auf jedem Pegida Aufmarsch von Dresden bis Pforzheim sieht man mitten im Schwarz-Rot-Goldenen Fahnenmeer Israel-Flaggen – über den Köpfen des brutalen Kameradschafts-Mobs schwenken rechte Wutbürger „Gegen Nazis“ Banner…
Die Situation könnte also kaum verwirrender sein. Um so wichtiger, dass wir trotz allem den Überblick nicht verlieren. An dem, was die Faschisten in den Köpfen haben, hat sich nämlich trotz neuer Kleider und neuer Freunde herzlich wenig geändert. Um auch in Zukunft in Schule, Uni, Betrieb und Nachbarschaft den Nazi von nebenan zielsicher erkennen und entsprechend reagieren zu können, wollen wir uns mit den aktuellen Codes der rechten Szene vertraut machen und gemeinsam über antifaschistische Strategien diskutieren.

Ab 19h startet dann allmählich das Abendprogramm mit KüfA (Veganes Essen für Alle gegen Spende), Live-Musik (RED EYED RICK, KATORZ) und Cocktailbar.

So gegen 23h gibt’s noch eine Feuershow im Garten, bevor die Party sich nach innen verlagert, wo uns DJs mit unterschiedlichen Musikstilen einheizen.

Sonntag morgen ab 10h folgt der gemütliche Ausklang mit einem Ambient-Café im Garten.

Die Zelle zieht vor Gericht

zelle

Es ist soweit! – Die Zelle zieht vor Gericht um eine endgültige Entscheidung in der Gaststättenkonzessionsfrage zu erhalten! – Es geht um ALLES ODER NICHTS!

▒▒▒▒ What‘s going on? ▒▒▒▒

Am Mittwoch, 20.03.2013 soll um 09:00 Uhr vor dem Verwaltungsgericht in Sigmaringen darüber entschieden werden, ob die Verfügung der Stadt, dass die Zelle eine Gaststättenkonzession benötigen würde, gerechtfertigt ist. Dabei geht es jedoch in erster Linie darum, die Zelle über die unzulässige Gleichsetzung mit gewöhnlichen Gaststätten auf einer politischen Ebene unter Kontrolle zu bringen! – Die Existenz der Zelle, so wie sie heute besteht ist dadurch mehr als gefährdet! – Eine autonome Selbstverwaltung ist aus unserer Sicht mit einer Gaststättenkonzession nicht mehr möglich! – Es geht also um Alles oder Nichts!

▒▒▒▒ Kommt zahlreich! ▒▒▒▒

Auch wenn dieser Termin auf einen Wochentag fällt und viele wohl den Zwängen der Lohnarbeit oder sonstigen Unerträglichkeiten ausgesetzt sind, so brauchen wir dennoch eure Solidarität!

Wir freuen uns über viele kreative, laute und dezentrale Aktionen! Zeigt der Stadtverwaltung einmal mehr, was ihr von deren Vorgehen haltet! Bringt Transparente, Megafone, Seifenblase, Konfetti, Flyer, was auch immer mit und lasst uns diesen Tag, frei nach dem Motto „Wo WIR sind ist eine ZELLE“ gestalten!

▒▒▒▒ NO-GOs! ▒▒▒▒

Wir wissen… Die Emotionen kochen. Trotzdem bitten wir euch einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn jede Aktion, die nach hinten losgeht fällt letztlich auf die Zelle zurück und das letzte Wort hierbei hat nun mal der/die Richter_in. Deswegen wünschen wir uns von euch:

– Eine friedliche Atmosphäre. Dasselbe gilt natürlich auch für die Polizei. Provokationen werden nicht hingenommen!

– KEINE Störaktionen im Gerichtssaal! (Zeigt dass ihr da seid, aber bleibt ruhig und gelassen).

———————————————————————–
▒▒▒▒ Gemeinsame Anreise ▒▒▒▒

Aus den folgenden Städten werden gemeinsame Zugfahrten organisiert:

-> Reutlingen: Hbf Reutlingen – Gleis 2 – 06:30 Uhr
-> Tübingen: Hbf Tübingen – Gleis 2 – 06:45 Uhr

Tag x plus eins Demo für das IvI (Institut für vergleichende Irrelevanz)

tagxpluseind

Mitteilung des IvI vom 24.02.13:

Nehmt ihr uns das IvI ab..

Am frühen morgen des 15.2.2013 fand die Gerichtsverhandlung gegen die
erfundene GbR IvI statt. Die Verhandlung dauerte stolze fünfzehn Minuten
und endete mit einem Versäumnisurteil gegen die nicht
erschienene GbR, das eine sofortige Räumung des IvI ermöglicht. Das
heißt eine Räumung des seit 2003 besetzten Hauses in Bockenheim ist ab
jetzt täglich möglich. Am Tag nach der Räumung rufen wir dazu auf, sich
an der überregionalen Demonstration unter dem Motto „IvI geht weiter! Wir
nehmen uns was wir brauchen!“ zu beteiligen. Wir wünschen uns eine
kraftvolle, entschlossene Demonstration, um unserer Wut Ausdruck zu
verleihen.

This is a story that must be told..

Das Institut für vergleichende Irrelevanz wurde 2003 im Rahmen der
Student_innenproteste besetzt. Seit dem nimmt sich kritisches Denken hier
Zeit und Raum. Unter dem Motto Theorie*Praxis*Party finden im IvI
autonome Tutorien und Lesekreise, Veranstaltungen zu verschiedensten
Themen, aber auch Barabende, Partys und Konzerte statt.
Neun Jahre lang haben hier viele Menschen einen Raum gefunden, in dem
sie sich gerne aufhalten, abseits von Antisemitismus, Sexismus, Rassismus,
Homo*Transphobie und heteronormativer Scheiße.
Im Februar 2012 wurde durch die Uni Frankfurt bekannt, dass das Gebäude
an die stadtbekannte Immobilienfirma Franconofurt AG für den Spottpreis
von ca. einer Million Euro verkauft wurde.

Francono who?

Die Immobilienfirma Franconofurt AG ist in Frankfurt dafür bekannt
Häuser zu kaufen, sie dann zu sanieren und umzubauen und dadurch die
Mieten ins Unermessliche steigen zu lassen. So werden eben alle, die nicht
das Geld dazu haben, aus ihren Wohnungen und Häusern verdrängt und sind
gezwungen in Randstadtteile zu ziehen, die im Rahmen von
Stadtumstrukturierung noch nicht „aufgewertet“; wurden. Der charismatische
Vorstandssprecher der Franconofurt AG, Christian Wolf, lässt tief
blicken, wenn er davon spricht, dass er Leute kenne, die das Problem mit
solchen Störenfrieden längst mit einem Baseballschläger gelöst
hätten. Während er sich selber gönnerhaft zu profilieren sucht, der ja
nicht zu solchen Mitteln greifen würde, ist er nicht müde geworden dem
IvI für jede Veranstaltung der letzten Monate den Gerichtsvollzieher auf
den Hals zu hetzen oder wiederholt Bautrupps los zu schicken, welche die
Infrastruktur des Instituts (z.B. Strom und Wasserleitungen) beschädigen
und die Nutzer_innen einschüchtern sollten.

IvI geht weiter…

Es wäre ein Irrglaube von Seiten der Stadt Frankfurt, Parteien,
Franconofurt AG und anderen Arschlöchern zu glauben, dass wir das Projekt
aufgeben. Selbstverwaltete Projekte mit soziokulturellem Anspruch wie das
IvI finden in Frankfurt kaum noch Raum. Sie passen nicht in das
scheinheilige, gepflegte Bild der Stadt. Mehrere Tausend Zwangsräumungen
in den vergangenen Jahren, der Bau der neuen EZB und der Umzug des Campus
Bockenheim auf den IG-Farben Campus zeigen wo es
hingehen soll. Doch wir werden weiter für unsere Sache einstehen, gegen
Gentrifizierung, für autonome Zentren, eben gegen die Gesamtscheiße!

Kommt alle am Tag nach der Räumung nach Frankfurt!
Die Stadt gehört uns allen! Für die Erhaltung und Schaffung
selbstorganisierter Räume!

***unterstützt die Online-Petition zum Erhalt des Ivi: http://www.ipetitions.com/petition/ivi/ ***

***Ivi-Solidaritätsblog: http://weloveivi.wordpress.com/ ***

Umsonstladen-Jubiläum

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Am 17. Februar feiern wir das 6-jährige Bestehen unseres Umsonstladens.
Und zwar von 14h bis 20h,
unser Atelier wird geöffnet sein und Möglichkeit bieten, Umsonstladen-Klamotten und anderes mit tollen Schablonen zu bedrucken.
Das cafecolectiva wird für Kaffee, Tee und Kuchen sorgen.